Über Filesharing

Aufgrund der rasanten Entwicklung des Internets innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte spricht man mittlerweile vom Web2.0, das nicht nur das Internet als Plattform darstellt, auf dem publiziert werden kann und die präsentierten Informationen eingeholt werden können, sondern auf der man sich interaktiv mit anderen Internetnutzern austauschen kann. Dies geschieht durch Plattformen wie Facebook, das in den letzten Jahren einen fulminanten Siegeszug zur Nummer Eins der weltweit meist besuchten Webseiten hingelegt hat, aber auch durch unzählige andere Seiten, die den aktiven Austausch zwischen Benutzern ermöglichen – so wie MySpace oder YouTube.

Basis und Vorläufer dieser interaktiven Seiten, die heutzutage so beliebt und in aller Munde sind, war das Konzept der Filesharing oder auch Filehosting Technologie. Unter File- oder Sharehoster versteht man Internetdienstanbieter, die dem Benutzer ermöglichen, Dateien hoch- und teilweise auch herunterzuladen. Bekannte Namen wie Napster oder auch KaZaA waren die ersten wirklich bekannten Dienstleister, die dafür sorgten, Textdateien, aber auch Musik oder Videos extern speichern und anderen Nutzern zur Verfügung stellen zu können.

Die Idee des einfachen und bequemen Austauschs von Dateien über das Internet, anstatt auf aufwendige Datenträger oder mit großen Dateianhängen versehene Emails zurückgreifen zu müssen, rief allerdings nicht nur seriöse Nutzer auf den Plan. Lange schon wird gegen Raubkopien von urheberrechtlich geschützten Filmen oder Musik gekämpft, dieser Kampf hat aber durch die Filesharing Seiten eine gänzlich andere Dimension angenommen. Einige Anbieter wie Napster beispielsweise konnten auf Schadensersatz verklagt werden für die Verbreitung dieser geschützten Inhalte, aber solche Seiten gibt es wie Sand am Meer mit Servern in Russland, Estland oder China, Vietnam und Polen, aber auch zahlreichen großen Servern in den USA oder auch in Deutschland. Abgesehen von der Lokalisierung, die sich teils als äußerst schwierig erweist, kann oft nur durch lange und ausführliche Recherchen festgestellt werden, wer hinter den Unternehmungen steckt.

Der Film- und Musikindustrie entsteht dadurch jährlich ein Schaden in Millionenhöhe, wenn nicht gar mehr, da immer weniger Leute die DVD oder Blu-Ray in den heimischen DVD- oder Bluray Player stecken, sondern die Online Tauschbören genutzt werden! Mittlerweile ist nicht nur die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten strafbar, sondern auch der Besitz, wie man im Vorspann fast jeder DVD mittlerweile erfährt. Gelegentlich gelingt den Behörden ein Schlag gegen die illegale Verbreitung oder auch den Besitz dieser Medien, allerdings gilt vor allem der Besitz noch immer als Kavaliersdelikt. Um der Verbreitung über das Internet Einhalt zu gebieten, sollen vor allem die Unternehmen, die im Bereich Filesharing tätig sind in die Verantwortung gezogen werden, allerdings ist rechtlich auch noch immer nicht geklärt, wie weit die Maßnahmen der Anbieter gehen müssen, um die Verbreitung geschützter Inhalte effektiv zu unterbinden oder zumindest einzudämmen.



Video: Filesharing und Abmahnung

Video: Kerner-Show, Dieter Bohlen über Filesharing


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